Beim Belastungs-EKG werden die Arbeitsleistung und mögliche Veränderungen der Herz- und Kreislauffunktion gemessen (Ergometrie). Folgende Krankheiten lassen sich diagnostizieren und beurteilen:
• Erkrankung der Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit = KHK);
• Bluthochdruck unter körperlicher Belastung (Belastungshypertonie);
• Herzrhythmusstörungen unter körperlicher Belastung;
• Medikamentöse Therapie bei KHK und Bluthochdruck;
• Belastbarkeit nach Herzinfarkt und Herzoperationen.
Je nach Untersuchungsziel und Proband wird meist eine stufenweise Belastung am Fahrradergometer über neun bis zwölf Minuten nach einem fixen Schema durchgeführt. Die WHO empfiehlt einen Beginn mit 25 oder 50 Watt und eine Steigerung um 25 Watt nach jeweils zwei Minuten.
Dabei entsprechen:
25 bis 50 Watt = normales Gehen;
75 bis 100 Watt = zügiges Gehen, Treppensteigen, langsames Radfahren, Schwimmen;
150 Watt = Joggen, schnelles Radfahren;
Ziel des Belastungs-EKG ist es, die maximale Herzfrequenz des Patienten (220 minus Alter (in Jahren)) zu erreichen. In diesem Fall ist die Untersuchung aussagekräftig.
Die Untersuchung wird in folgenden Fällen vorzeitig beendet:
• Muskuläre Erschöpfung,
• Erreichen der maximalen Herzfrequenz (220 minus Lebensalter),
• Blutdruckerhöhung auf mehr als 240 mm Hg (systolisch) oder höher als 120 mm Hg (diastolisch),
• neu auftretende EKG-Veränderungen und Rhythmusstörungen,
• Atemnot, Blässe, Schwindel,
• Angina pectoris,
• fehlender Blutdruckanstieg unter Belastung,
• Blutdruckabfall;
In einigen Fällen darf ein Belastungs-EKG nicht durchgeführt werden,
dazu zählen:
- Akuter Herzinfarkt: In den ersten zwei Wochen nach dem Infarkt darf in der Regel kein Belastungs-EKG durchgeführt werden.
- Instabile Herzenge (Angina pectoris): Sie ist das Leitsymptom bei einer KHK. Häufige Symptome sind ein Druckgefühl hinter dem Brustbein mit Ausstrahlung in die linke Schulter und den linken Arm. Typisch für eine instabile Angina sind jede erstmalig auftretende Angina pectoris, Ruhe-Angina und eine zunehmende Häufigkeit, Dauer und Intensität der Schmerzanfälle.
- Akute Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis);
- Hohe Ruhe-Blutdruckwerte von 220 zu 110 mmHg oder darüber;
- Frische Blutpfropfbildung (Thrombose) oder Gefäßverschluss durch ein Gerinnsel, das in die Blutbahn verschleppt wird (z. B. Lungenembolie);
- Manche Herzrhythmusstörungen;
- Schwere Herzfehler, z.B. fortgeschrittene Aortenklappenstenose.
Unter Umständen müssen bestimmte Herzmedikamente vor einem Belastungs-EKG abgesetzt werden. Fragen Sie Ihren Arzt, ob und ab wann Sie welches Medikament nicht mehr einnehmen sollen. Setzen Sie aber Ihre Medikamente keinesfalls eigenmächtig ab!
Mögliche Komplikationen
Das Belastungs-EKG ist eine sichere Untersuchungsmethode. Selten treten leichte Herzrhythmusstörungen (Extrasystolen) auf. Sehr selten müssen Herzrhythmusstörungen sofort behandelt werden (Defibrillation). In extrem seltenen Fällen kommt es zu einem Herzinfarkt oder akuter Herzschwäche. Daher sollte bei einem Belastungs-EKG immer ein Arzt anwesend sein. Bitte kommen sie zur Untersuchung in sportlicher Kleidung (Trainingsanzug und Sportschuhe) und bringen sie ein Handtuch mit.
|